Glauben und wahrnehmen

04.02.2021 15:55 / Oliver Wittwer / 387
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"Man sieht nur, was man sehen will. Ausser man will bewusst die Wahrheit sehen".

Wer sich über diesen Gedanken bisher noch keine Gedanken gemacht hat, dem will ich hier ein paar Gedanken dazu meinerseits mitgeben: Diese Aussage beschreibt einen Mechanismus des menschlichen Bewusstseins, genauer des Unterbewusstseins, der so gravierende Auswirkungen auf das Leben jeden Menschens hat, dass man erblassen würde, wenn man es in seiner Tiefe erkennen würde. Und fast alle Menschen wissen darüber nicht Bescheid.

Dieser Mechanismus entscheidet darüber, welchen Lauf Dein Leben nimmt. Er kann bewirken, dass Du todkrank wirst, Dein Leben lang unglücklich bist, erfolglos bleibst, Schicksalsschläge erleidest. Und natürlich auch die positiveren gegenteiligen Szenarien.

Dieser Mechanismus in Kombination mit Deinem Weltbild entscheiden darüber, welches Leben Du lebst.

Fast jeder Mensch antwortet auf die Frage, ob er die Wahrheit kennen möchte, mit "Ja". Und fast jeder Mensch meint, er würde etwas glauben, wenn er es sehen würde. Jeder kennt den Ausspruch "Wenn ich Beweise sehen würde, dann würde ich es glauben".

Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung, Selbstbeobachtung und Beobachtung anderer Menschen nur sagen: "Weit gefehlt!"

Nein, Menschen sind sehr wohl dazu in der Lage, und die meisten tun es ihr ganzes Leben lang, nämlich blind zu sein für Fakten und Beweise. Sie neigen dazu, gegen Wahrheiten zu kämpfen, wenn sie ihrem Weltbild oder ihrer gewohnten Erfahrung widersprechen. Sie Leugnen sie und sie bekämpfen den Verkünder - denn was nicht sein darf, kann nicht sein.

Ich habe schon auswüchse dieses Verhaltens miterlebt, wo mir die Haare zu Berge gestanden sind. Oder ich hätte ein Schleudertrauma bekommen, wenn ich so den Kopf geschüttelt hätte, wie ich es in dem Moment gerne getan hätte.

Du wirst diesem Mechanismus, dem Du mit Sicherheit mehr oder weniger immer wieder unbemerkt verfallen bist, erst entkommen, wenn Du DICH BEWUSST FÜR DIE WAHRHEIT ENTSCHEIDEST. Ohne Kompromisse. Das wird Dir sicher nicht auf Anhieb gelingen. Aber es ist ein Weg. Und die Entscheidung dazu, solltest Du sie noch nicht gefällt haben, der Aufbruch zu diesem Weg.

Also nochmals in einer anderen Form: Der Mensch kann nur das SEHEN, was er GLAUBT. Wenn dieser Glaube auf konkreten "Grenzen" und "begrenzten Möglichkeiten" baut, die Dir in Deiner Familie, im Fernsehen, im Studium, in der Zeitung oder auch in Fachzeitschriften gesetzt wurden, dann wirst Du diese Grenzen in der Regel respektieren und sie vermutlich nie infrage stellen. Wie gesagt, Du glaubst an diese Grenzen. Du bist dann in Deiner Erkenntnisfähigkeit "eingeschränkt" oder "behindert".

Dass solche Grenzen, die von Experten und Gelehrten aufgestellt werden, in der Regel nie Bestand hatten, zeigt schlicht und einfach die Geschichte der Menschheit. Dies gilt für die Wissenschaft, die Medizin, die Technik und auch für Religionen. Genauso gilt dies für kulturelle Gepflogenheiten, Sitten und Gebräuche, für das Recht- und Unrechtsempfinden, ja sogar für die Rechtssprechung.

Wenn Du alleine aus dieser Tatsache die richtigen Schlüsse ziehst, verändert sich Dein bisher "geschlossenes Weltbild" in ein "offenes Weltbild". Du weisst dann, dass Du kaum etwas wirklich weisst. Und das erlaubt Dir, ein Wissender zu werden. Denn ein Wissender ist nicht jemand, der alles weiss, sondern jemand, der weiss, was er weiss, was er nur glaubt, und was er nicht weiss.